Nachbericht D.a.

Berge, Fjorde, Elche - Norwegen-Fahrt der Kolping-Jugend hält zahlreiche Highlights und atemberaubende Ausblicke parat

Wer in den letzten Tagen die Nachrichten verfolgt hat, wird sich über die Kandidaten zur Wahl des Jugendwortes des Jahres gewundert haben. Dort stehen beispielsweise Begriffe wie Bre, wild, Smash oder Digga zur Wahl. Wer sich zwischen dem 19.07. und dem 05.08. in der Region Hemsedal im Süden Norwegens aufgehalten hat, wird einige dieser Begriffe wiedererkennen und sich über eine Jugendgruppe gewundert haben, welche dort für diese Zeit die Hüttenanlage Veslestølen bezogen hat.

Aber fangen wir von vorne an..

Als sich am Dienstagabend 46 Teilnehmer, neun Betreuer und ein Busfahrer auf den Weg in Richtung Norwegen machten, konnte man nur erahnen, mit welchen Eindrücken alle Beteiligten nach zweieinhalb Wochen zurückkehren würden. 


Bereits der Hinweg sollte mit dem Preikestolen ein echtes Highlight bereithalten. Hierfür wurden eigens vier große Zelte als Nachtlager mitgenommen, welche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gemeinschaftlich auf- und wieder abgebaut wurden. Dazwischen erfolgte die anstrengende Wanderung hoch zum Preikestolen, einer Felsplattform, welche 600 Meter über dem Lysefjord thront und einen der schönsten Ausblicke gewährt, die Norwegen zu bieten hat.. Eigentlich. Denn oben angekommen starrten alle Beteiligten vor eine weiße Wand. Der Wettergott meinte es an diesem Tag nicht gut und schickte eine dichte Nebelwand, die den Ausblick unmöglich machte. Trotz anfänglicher Enttäuschung war man sich am Ende des Tages aber einig, dass man stolz darauf sein könne, diese wirklich schwere Wanderung über Stock und Stein zusammen gemeistert zu haben, auch wenn die Belohnung am Ende ausblieb. Denn Belohnungen sollte es im Laufe der Fahrt auch noch zahlreiche geben!


Angekommen in der Hüttenanlage wurden zunächst die Lagergrenzen abgesteckt, bevor die Jugendlichen, ausgerüstet mit einer Basis-Ausstattung an Lebens- und Haushaltsmitteln, in ihre „Wohngemeinschaften“ entlassen wurden. Die eigenständige Organisation klappte dabei anfangs mal mehr, mal weniger gut, so war es doch für viele das erste mal, dass sie außerhalb des „Hotels Mama“ den Kochlöffel oder Putzlappen schwingen mussten. Die Zeit sollte aber zeigen, dass sich die Jugendlichen dieser Herausforderungen annahmen und sie gemeinsam bewältigten.


Neben diesen alltäglichen Aufgaben wie Kochen, Spülen und Saugen hielt die Hüttenanlage noch weitere spannende Aktivitäten für die Jugendlichen bereit. Innerhalb der AG-Einheiten konnten sie sich entweder sportlich betätigen, das Land Norwegen mit seinen Eigenheiten etwas näher kennenlernen, ihrer Kreativität freien Lauf lassen oder aber unvergessliche Events für die gesamte Gruppe planen. Letztere AG bescherte allen Teilnehmern und Betreuern zwei schöne Momente. Zum einen war dies die Lagerolympiade, welche Geschick, Kraft, Schnelligkeit und Willen forderte (Etwaige Schummel-Vorwürfe gegen das B-Team sind natürlich absolut haltlos; Anmerkung des B-Teams). Zum anderen wurde ein Kinoabend vorbereitet, welcher mit Filmplakaten, Kinotickets und frischem Popcorn in vier verschiedene Kinosäle einlud. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Event-AG!


Neben dem Bergfest mit einem Wortgottesdienst, welcher gemeinsam zum Thema „Wunder“ in Rekordschnelle vorbereitet wurde, zahlreichen „Bunten Tüten“, in denen diverse Aktivitäten für die Jugendlichen angeboten wurden sowie einem großen Abschlussfest bot die an einer Skipiste gelegene Hüttenanlage aber vor allem eins: Einen wunderbaren Ausblick ins Tal. Diesen Tag für Tag genießen zu können war eins der größten Geschenke, da waren sich sowohl Teilnehmer als auch Betreuer einig.


Doch auch beim Verlassen der Hüttenanlage sollte den Teilnehmern einiges geboten werden. So fanden beispielsweise zwei Wanderungen in der unmittelbaren Umgebung statt. Eine davon führte zum Rjukandefossen, einem kleinen Wasserfall, welcher mit seinen Felsen und Felsvorsprüngen sehr zum Verweilen einlud. Die andere führte die Gruppe in die Hochebene, welche mit einem wunderbaren Ausblick aufwartete. Scheinbar unendliche Weite, kleine Seen und Rentiere in der Ferne machten diese Wanderung zu einem einzigartigen Erlebnis. Unvergesslich wurde es insbesondere, als die gesamte Gruppe dort oben für einen Moment keinen Mucks von sich gab. Der unfassbare Ausblick gepaart mit dieser unvergleichlichen Stille war einer der Gänsehautmomente der Fahrt.


Zwar nicht so anstrengend aber dafür nicht weniger atemberaubend war eine zweieinhalbstündige Fährfahrt von Gudvangen nach Kaupanger, welche über gleich drei Fjorde führte. Dabei durchquerte man neben dem Aurlandsfjord mit dem Sognefjord den tiefsten, mit dem Nærøyfjord den schmalsten Fjord Europas. Inmitten von bis zu tausend Metern hohen Felswänden und beinahe ebenso hohen Wasserfällen kamen sowohl Teilnehmer als auch Betreuer aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der strahlende Sonnenschein auf der ganzen Fährfahrt tat dabei sein übriges.


Auch ein zweitägiger Ausflug in die Hauptstadt Norwegens sollte von Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 24 Grad begleitet werden. Dabei konnten die Teilnehmer Oslo zunächst auf eigene Faust erkunden, ehe es am zweiten Tag eine Stadtrallye gab, welche die Teilnehmer beispielsweise zum Rathaus, zur Akershus-Festung oder aber zum Nobelpreis-Center führte. Bevor die Nacht erneut in den mitgebrachten Zelten verbracht wurde, begab sich eine große Gruppe auf Wanderung zur Sprungschanze „Holmenkollen“, welche einen wunderbaren Ausblick auf Oslo und den Oslo-Fjord im Sonnenuntergang bereithielt.


Ein weiteres Highlight war das traditionelle Stratego-Spiel in den Wäldern Hemsedals. Das unwegsame Gelände verlangte den Teilnehmern und Betreuern alles ab. Es wurden sich harte Duelle geliefert und schnelle Verfolgungsjagden zwischen Bäumen und Bächen standen auf dem Plan, ehe Team „Blau“ als verdienter Sieger aus dem Wettkampf hervorging.


Allerdings nur aus diesem Wettkampf. Denn aus den zweieinhalb Wochen Jugendfreizeit sind definitiv alle Beteiligten als Sieger hervorgegangen. Eine solch atemberaubende Natur, unvergleichliche Ausblicke sowie die starke Gemeinschaft innerhalb der Gruppe haben diese Zeit zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Darüber war man sich auf der Rückfahrt, welche mit einer Mini-Kreuzfahrt auf der Color-Line-Fähre von Oslo nach Kiel noch ein weiteres schönes Erlebnis beinhaltete, definitiv einig. Oder wie man heutzutage sagt: Digga, Norwegen mit den Bres war richtig wild: SMASH!

 

Marius Handke


Gemeinschaftlicher Aufbau der Zelte in Røldal



Auf dem Preikestolen


Am Rjukandefossen



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